„Allein die Dosis macht das Gift“ – Ein Besuch im Altwiener Schnapsmuseum



Stephansdom, Hofburg, Schloss Schönbrunn, Hundertwasserhaus, Parlament, Staatsoper, Prater, Votivkirche, Schwarzenbergplatz, Spittelberg, usw. usw. …. Es gibt so viele Sehenswürdigkeiten, die man in Wien einfach gesehen haben muss und für die ein Kurzaufenthalt von 4 – 5 Tagen, wie ihn die meisten Touristen zur Verfügung haben, meist gerade so für das Wichtigste ausreicht.

Besucht man die Stadt öfter, gewinnt man im Laufe der Zeit einen anderen Blickwinkel. Die Sehenswürdigkeiten werden „gewöhnlich“ und „alltäglich“. Man beginnt neue Fleckchen zu entdecken. Lokale zu finden, in die sich ein Tourist kaum verirren würde, oder neue Ausflugsziele außerhalb der üblichen Touristen-Highlights zu entdecken. Über einige dieser Ziele habe ich ja gelegentlich hier im Blog schon berichtet. Beispielsweise hier mein Ausflug zum Friedhof der Namenlosen, meine Radltouren rund um Wien und die Donau / Alte Donau, Sehenswertes im Prater fernab von Riesenrad und Kettenkarusell oder mein Graffiti-Rundgang am Donaukanal. Alles in allem gesammelt nachzulesen unter dem Schlagwort (Tag) „Wien“.

Zu diesen außergewöhnlichen Sehenswürdigkeiten gehört mit Gewissheit auch das Altwiener Schnapsmuseum, dessen Hinweisschild mir schon viele Male beim Herausfahren aus Wien in der Linken Wienzeile in Richtung Westautobahn aufgefallen ist. Und für alle, denen jetzt spontan der Gedanke kommt „Oh, darf man da auch probieren?“ kann ich direkt antworten:

JA. Man darf. 

Die Worte von Paracelsus „Allein die Dosis macht das Gift“ sollte man beim Verkosten der bis zu 56 % starken Spirituosen jedoch stets im Hinterkopf behalten, und wie auch immer sicherstellen, dass man auch nach seinem Besuch im Schnapsmuseums noch ohne fremde Hilfe ins Hotel oder die Pension zurückfindet.




Das Brennrecht geht zurück auf die Kaiserin Maria Theresia, die zahlreichen Brennereien ein Brennrecht verliehen hatte. Einzig im Monat Oktober durfte jedermann auch ohne Konzession Schnaps brennen. So brennt auch die „K & K“ Brennerei Friedrich Fischer bereits in der 4. Generation (Familiengeschichte) edle Brände und Liköre. Mittlerweile jedoch aus Kapazitätsgründen nicht mehr in der Wilhelmstraße im 12. Bezirk, sondern an einem anderen Ort außerhalb Wiens. Der ehemalige Firmensitz in der Wilhelmstraße beherbergt seit dem Jahr 1990 das Museum und man findet darin noch den Original-Verkaufsraum, das Versuchslabor und das Büro des Firmengründers Friedrich Fischer mit dem Holztresor, in dem einst die geheimen Rezepte aufbewahrt wurden.

Die etwa 30-minütige Führung durch das Museum erlebte ich locker und in entspannter Atmosphäre. Wer die bei vielen Führungen gebetsmühlenartig auswendig gelernten Texte (inkl. auswendig gelernter Witzeinlagen) oder gar einen Audioguide erwartet, kann beruhigt aufatmen. Jeder Mensch hat seinen eigenen Stil und diesen darf er oder sie auch als Führer/in durch das Museum behalten. „Authentisch sein“ lautet die Devise im Haus.

Und es gibt immer mal wieder interessante Fragestellungen und Einlagen: Woran erkennt man, ob ein Kunde mit echtem Geld bezahlt oder er einem Falschgeld andrehen möchte? Welche Bedeutung haben die beiden Tasten „A“ und „B“ an der Registrierkasse? Oder was ist der Unterschied zwischen Wermut und Absinth? Und welche Mannerschnitte kann man auch abends im Bett essen, weil sie nicht bröselt? Und wer setzt diesen Mann auf den Topf, ohne das Blatt zu biegen oder zu falten?

Wer die Lösungen weiß, darf diese gerne unten im Kommentarfeld hinterlassen. Auf einige Antworten kommt man bereits, wenn man die Bilder genau studiert. Alle anderen erhalten die Antworten bei einem Besuch im Altwiener Schnapsmuseum. Auf der Rückseite des Flaschanhängers gibt es natürlich ein leckeres Rezept, das aus dem Inhalt derselbigen Flasche, an der dieser hängt, gemischt werden kann.

Und wer jetzt Lust bekommen hat, das Altwiener Schnapsmuseum live zu besuchen, findet hier die Kontaktdaten.



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