Ein mystischer Ort mit vielen Geschichten und Schicksalen: Der Friedhof der Namenlosen!

Werbung

Es ist ein mystischer Platz. Am Ende des Alberner Hafens findet man das beschauliche Stückchen Land, wo einst alle begraben wurden, mit denen man nicht wusste, wohin. Meist Unbekannte, die irgendwo mehr oder weniger freiwillig aus dem Leben geschieden, aufgefunden, oder mit der Donau angespült wurden. Und alle, die hier begraben sind, haben ihr eigene Geschichte und ihr eigenes Schicksal. Doch eines haben sie alle gemeinsam. …..

Den Besuch dieses Friedhofes hatte ich mir schon lange vorgenommen, seit ich das erste Mal vor fünf oder sechs Jahren davon gehört hatte. Dass ich es nicht schon früher getan habe, lag sicherlich auch daran, dass er nicht wirklich einfach zu erreichen ist. Stromabwärts außerhalb Wiens, dort wo Donaukanal und die Neue Donau schon wieder mit dem Hauptstrom vereint sind. Ein langer Weg am Donaukanal entlang und ein großes Stück neben der stark befahrenen Süd-Ost-Tangente, vorbei an Fabrikanlagen, also keine wirklich schöne Strecke – aber vielleicht genau der Grund, weshalb so selten jemand hier vorbei kommt ….

Der Fahrradweg wurde immer „naturbelassener“ und es war kaum noch jemand da draußen unterwegs. Das letzte Stück führt dann entlang der Fahrstraße bis man dann nach links in den Alberner Hafen abzweigt und sich durch die rangierenden LKWs in der Siloanlage und vorbei an irgendwelchen Bauteilen für Schiffsschrauben oder ähnliches schlängelt. …..

Eine gute Bekannte erzählte mir von ihrem ersten Besuch im Friedhof der Namenlosen. Durch die Spätsommersonne herrschte bei meinem Besuch am Friedhof eine eher angenehme helle Atmosphäre. Nicht so bedrückend wie an jenem grauen nebligen Novembertag, von dem mir meine Bekannte berichtete. Sie erzählte von dem Taxifahrer, der sie zum Friedhof gebracht hatte und der dann plötzlich verschwunden war, obwohl sie ihn ausdrücklich gebeten hatte, auf sie zu warten. Und davon, dass sie im Nebel einen weiten Weg zum nächsten öffentlichen Verkehrsmittel zu Fuß zurück legen musste. Dieses Schicksal blieb mir heute zum Glück sicherlich erspart. …..

Als ich an jenem herrlichen Spätsommertag gegen 13:00 Uhr im 4. Bezirk losfuhr, hatte ich genau das Bild vor Augen, das mir meine Bekannte am Vormittag gezeichnet hatte. Ein Geschäftspartner, der mich ursprünglich begleiten wollte, hatte kurz vorher wegen eines wichtigen Geschäftstermines absagen müssen, sodass ich mich entschieden hatte, den Weg alleine anzutreten. ….

Vielleicht war es gar kein Zufall, dass mich ein paar Kilometer vor meinem Ziel eine etwas ältere Dame mit Fahrrad ansprach und mich fragte, ob ich denn wüsste, wo es zu „diesem Friedhof“ ginge. „Den suche ich auch …“ erwiderte ich. Und so fuhren wir die letzten Kilometer gemeinsam. Ich war froh, diesen für mich unheimlich anmutenden Ort nicht alleine besuchen zu müssen, und ich hatte den Eindruck, dass auch sie immer wieder auf mich wartete, wenn ich zwischendurch Bilder für meine Dokumentation machte. Sie war Wienerin, doch auch sie war vorher noch nie dort gewesen. …..

Ein Klick auf’s Bild wechselt zur Großansicht und man kann die Aufschriften auf den Tafeln besser lesen.

Nach dem Austauschen unserer Eindrücke und ihrer Erzählung von anderen Friedhöfen mit ihren Besonderheiten, bedankte ich mich für die Begleitung, schaute mich noch einmal kurz um, und als ich zurückblickte, war sie auch schon weg. Die Straße durch den Hafen war gut überschaubar und ich hatte beim Herfahren den Eindruck, dass sie unendlich viel langsamer unterwegs war als ich. Ich musste an das verschwundene Taxi meiner Bekannten denken. … Themawechsel 🙂 ….


Den Rückweg nahm ich dann über das Freudenauer Kraftwerk in Richtung Donauinsel und dann über die Reichsbrücke, Lassallestraße und Praterstraße in die Stadt zurück.

Ein jeder, der in diesem Friedhof liegt, hat seine eigene Geschichte und sein eigenes Schicksal. Doch eines haben sie alle gemeinsam: Alle, die hier begraben sind, sind viel zu früh und meist auf mehr oder weniger unnatürliche Weise aus dem Leben gerissen worden. Und wenn man als Besucher eine Weile innehält und gut zuhört, kann man diese Schicksale hören. Und so haben auch alle, die den Friedhof der Namenlosen besucht haben, ihre eigene Geschichte. Dies war meine ….

http://friedhof-der-namenlosen.at/
https://de.wikipedia.org/wiki/Friedhof_der_Namenlosen
https://www.wien.gv.at/bezirke/simmering/geschichte…

Werbung

Schreibe einen Kommentar


Leider zwingt mich die Gesetzgebung zu diesem Hinweis: Diese Seite verwendet Cookies. Durch die weitere Nutzung der Seite (Scrollen oder Klicken) stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen