Bloggererfahrungen – das vergessene Interview


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Vor einiger Zeit hatte ich eine Anfrage von einem Unternehmen, das mehrere Interviewpartner aus der Bloggerszene gesucht hatte, um daraus einen Erfahrungsbericht zu erstellen. Leider war ich zum vereinbarten Interviewtermin kurzfristig verhindert und es kam dann auch nicht zu einem neuen Gesprächstermin. Meine Notizen für das Interview hatte ich jedoch bereits fertig und möchte sie daher auch der Öffentlichkeit – konkret meiner Leserschaft – zur Verfügung stellen. Die Überschriften – also die Fragen – habe ich im Wortlaut etwas verändert, um nicht in die Gefahr einer Urheberrechtsverletzung zu geraten.

Grundsätzlich betreibe ich derzeit zwei voneinander unabhängige Blogs:

  1. meinen Unternehmensblog https://hubertbaumann.com/blog, der als Bestandteil meiner Unternehmensseite angelegt ist und über Themen wie Unternehmensstrategien, Marketing, Business 4.0 sowie generelle Themen berichtet, die für Unternehmen und Unternehmer von Interesse sein könnten.
  2. meinen Freizeit- und Reiseblog //stadt-land-welt.eu, der ausschließlich als Blog angelegt ist, und inhaltlich alle Themen umfasst, die im weitesten Sinne mit Reisen, Freizeit, Hobby, Wandern, sportlicher Betätigung etc. zu tun hat.

Beide Blogs arbeiten mit der OpenSource-Software WordPress und sind jeweils mit einer Facebook-Seite verknüpft, auf die neue Beiträge aus den Blogs automatisch publiziert werden. Auf diese Weise erhalten Facebook-Fans alle Informationen aus dem Blog zeitgleich mit der Veröffentlichung. Neben Facebook gibt es auch noch einen Twitter-Kanal mit ca. 12.000 Followern sowie ein Google+-Konto, auf die die Beiträge ebenfalls zeitgleich publiziert werden.

Welche Kriterien sind für mich als Blogger wichtig, um mit einem Unternehmen zusammen zu arbeiten?

Es muss ein eindeutiger gegenseitiger Mehrwert vorhanden sein. Wenn nur einer einen Nutzen daraus hat, macht eine Kooperation keinen Sinn – oder sie muss dann halt einen monetären Nutzen (also in Form eines Honorars, das gezahlt wird) haben. Der Begriff „Nutzen“ wird in der Praxis natürlich häufig unterschiedlich interpretiert. Oft erhalte ich Angebote für Produkttests, bei denen als einziger Mehrwert angeboten wird, dass ich nach Abschluss des Tests das Produkt behalten darf. Das ist zwar von Seiten des Anfragenden verständlich, da er ja aus seiner Sicht einen „Wert“ abgibt. Für mich als Blogger würde eine solche Kooperation nur dann einen Mehrwert haben, wenn ich das Produkt ohnehin gekauft hätte und mich im Rahmen der Anschaffung damit beschäftigen würde.
Ansonsten bedeutet ein solcher Test für mich ausschließlich Aufwand, der Abschlussbericht und die Darstellung im Blog außerdem. Als Belohnung erhalte ich dafür ein Produkt, das ich eigentlich nicht brauche und das ich sogar noch als geldwerten Vorteil versteuern muss, da ich es ja als „Bezahlung“ erhalten habe.

Eine solche Kooperation würde für mich definitiv keinen Sinn machen, da sie mich im Ergebnis Geld kostet. – bzw. sie würde nur dann einen Sinn machen, wenn der Aufwand für die Testaktivitäten und den zusammenfassenden Bericht eindeutig honoriert würden.

Gibt es weitere Kriterien, die wichtig sind?

Eine sehr große Rolle ist für mich die Ansprache und die Kommunikation zwischen Blogger und Unternehmen. Für mich ist dies ein Indikator für die Seriösität und die Professionalität eines Unternehmens. Wichtig ist die Augenhöhe zwischen den Geschäftspartner. Das gilt aber nicht nur für Blogger, sondern im Geschäftsleben generell.

Wie wichtig ist der direkte Kontakt zum Unternehmen selbst?

Definitiv wichtig. Im persönlichen direkten Dialog kann man oft Dinge besprechen, oder auch andere Möglichkeiten einer Kooperation ausloten. Über eine Agentur ist dies in der Regel nur sehr eingeschränkt möglich, da den Agenturen ja meist ein klar definierter Auftrag zugrunde liegt. Bekomme ich eine Anfrage von einer Agentur, überlege ich mir das in der Regel zweimal, bevor ich zurückschreibe.

Inwieweit muss das Produkt zu Deinem Blog passen?

Wenn ich mit einem Unternehmen kooperiere, muss ich mich zunächst mit deren Produkten identifizieren können. Zum anderen müssen die Produkte natürlich auch für mein Klientel von Interesse sein. Das bedeutet aber nicht, dass das Produkt 100% zu meinem eigenen Themenspektrum passen muss. Hier erlaube ich mir durchaus über den Tellerrand hinweg zu schauen und zu fragen „Könnte dieses Thema oder dieses Produkt für meine Leser von Interesse sein?“ Ein Leser, der z. B. regelmäßig meinen Freizeitblog liest, könnte z. B. auch an Freizeitbekleidung oder an einem Freizeitpark Interesse haben. Obwohl ich sonst nicht über diese Themen berichte, könnte ich mich in solchen Fällen durchaus dazu hinreisen lassen, entweder das Thema selbst aufzugreifen oder auch in Form eines Gastbeitrages in meinem Blog aufzunehmen.

Für meinen Unternehmensblog gilt das natürlich gleichermaßen: Ein Leser meines Unternehmensblogs ist Unternehmer und daher möglichweise auch an Buchhaltungslösungen interessiert, auch wenn diese nicht direkt zu meinem eigenen Kernthema gehören.

Spielt die Vergütung eine Rolle bei der Entscheidung einen Beitrag in den Blog aufzunehmen?

Das kommt darauf an. Wenn man als Unternehmer oder Freiberufler unterwegs ist, und man mit der Autorentätigkeit einen Teil seines Lebensunterhaltes verdient, ist die Vergütung sicherlich ein wichtiger Faktor. Es gibt aber auch Situationen, bei denen ist ein Beitrag so interessant, dass dieser kurz- bis mittelfristig reihenweise eine große Schar Besucher auf meinen Blog bringt, ich durch den Beitrag im Ranking steige, oder sonst einen sehr großen Nutzen für mich hat. In diesem Fällen könnte ich auch von einem Honorar absehen. Ein zweiter Grund sind sehr gute Bekannte, denen man mit einer Empfehlung etwas Gutes tun will, weil sie einem im Gegenzug auch unterstützen. Das sind aber Ausnahmefälle, die eher selten vorkommen.

Wie ich überhaupt zum Bloggen gekommen bin?

Bei mir hat sich die Bloggerei über die Jahre hinweg entwickelt. Ursprünglich  ich zunächst im Rahmen meiner unternehmerischen Tätigkeit hauptsächlich meinen Lesern einen zusätzlichen Mehrwert mit meinen Artikeln anbieten. Ich war erstaunt über die positive Ressonanz meiner Artikel und auch darüber, wie gut und wie schnell meine Artikel plötzlich über die Suchmaschinen wie Google & Co. gefunden wurden. Noch mehr erstaunt war ich, als dann irgendwann ein Unternehmen bei mir anrief und einen Gastbeitrag bei mir veröffentlichen wollte und mir dafür auch noch ein Honorar anbot. Das blieb nicht bei einem Einzelfall, sodass meine beiden Blogs mittlerweile durchaus ein nettes Zubrot zu meinem eigentlichen Geschäft darstellen. Oftmals sind es allerdings auch nur Werbeeinblendungen oder Affiliate-Links, die in meine eigenen Blogbeiträge eingebunden sind und so beim Anklicken oder bei Bestellungen über diesen Link ein paar Cent Umsatz generieren. Komplett leben – wie manche Profiblogger dies angeblich können – kann ich derzeit noch nicht. Also von der Finca auf Mallorca mit dem Laptop neben dem Liegestuhl, mit dem ich nur noch meine Zahlungseingänge überwache, bin ich noch weit entfernt.

Wie geht es weiter? Was ist geplant?

Also mein Ziel ist es durch, meine Bloggertätigkeit weiter zu forcieren. Es gibt einen konkreten Plan. Aber den kann ich derzeit noch nicht verraten. :-)

P.S.: Bitte beachtet zu dem Thema auch meinen eher kritischen Beitrag in meinem Unternehmensblog „Dieses Angebot schlägt dem Faß den Boden aus“, den ich vor Kurzem dort veröffentlicht habe.


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