Windgeräusche im Wohnmobil durch Zwangsentlüftung im Dachfenster (Heki)


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In verschiedenen Foren wird immer wieder über starke Windgeräusche im Dachfenster bei höheren Geschwindigkeiten berichtet. Auch wir hatten damit über Monate große Probleme. Es schmälerte den Fahrkomfort in unserem Kastenwagen doch erheblich, wenn wir uns ab einer Geschwindigkeit von ca. 90 km/h nur noch schreiend unterhalten konnten.

Nach diversen Gesprächen, Diskussionen, Recherchen in Facebook-Gruppen und Foren galt als Fazit: Spoiler bringen wenige db Verbesserung. Dämmungen am Dachfenster, die der Händler wegen der vorgeschriebenen Zwangsbelüftung allenfalls unter der Hand empfiehlt, bringen ebenfalls nur eine geringe Entlastung. Und sie verhindert natürlich die Zwangsentlüftung, die ja nicht zum Spass besteht, sondern der eigenen Sicherheit dient. Also fing ich an zu experimentieren. Die Lamellen während der Fahrt wahlweise schließen. Verdunklungen, Fliegenschutz, halb zu, halb auf usw. ….. Das brachte schon ein wenig. Allerdings pfiff dann der Wind durch die Ritzen und die Lamellen klapperten bei jeder Bodenunebenheit. Keile unter die Lamellen, um das Klappern zu verhindern …. auch ohne wirklichen Erfolg.

Wichtiger Hinweis: Durch diese Lösung kann die Zwangsentlüftung beeinträchtigt sein. Eine Gewähr für die Sicherheit kann daher nicht übernommen werden. Es muss jeder selbst wissen, was er/sie tut. Ggf. muss auf einem anderen Weg eine entsprechende Be-/Entlüftung ermöglicht werden.

Meine Lösung, die ich jetzt ca. 800 km getestet habe, sieht jetzt so aus:

Als Basismaterial dient ein sog. Hohlkammerplakat – ein Wahlplakat, wie es von vielen Parteien für den Wahlkampf oder von Bürgerinitiativen zur Plakatierung genutzt wird. Alternativ kann sicherlich auch ein fester Pappkarton genutzt werden. Das Wahlplakat hatte für mich den Vorteil, dass es noch etwas Licht durch’s Dachfenster lässt und die Dinger einfach sehr sehr leicht sind.

Aus dem Plakat benötigen wir in etwa eine Fläche von 50 x 46 cm und eine Fläche von 35 x 46 cm. Bei der Auswahl der geeigneten Fläche muss man natürlich etwas wählerisch sein, wenn man nicht gerade das Parteilogo oder vielleicht einen sonst unerwünschten Text wie „Stop den Diesel“ oder ähnliches ständig im Dachfenster sehen haben möchte. Meine „Freie Wähler-Sonne“ wirkt da hoffentlich freundlich genug.

P.S.: Leider habe ich diese Plakate bisher nirgends als neutrale Plakate entdeckt. Man muss also wohl oder übel auf die Suche gehen, wo man ein paar Exemplare ergattern kann. Diese Plakate dienen bei mir auch als Bodenschutz im Stauraum. 

Aus diesem Plakat habe ich mir 2 Flächen ausgeschnitten (Größenangaben siehe Skizze). Die Flächen sind so gemessen, dass sie sich im Dachfenster in der Mitte etwas überschneiden. Zwei daran befestigte Streifen dienen zum einen zur Stabilisierung, zum anderen als Griff, um die Dinger später an die richtige Position schieben zu können.


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Sind die beiden Flächen zurecht geschnitten, wird das Midi-Heki leicht geöffnet und man schiebt die beiden Deckel der Reihe nach etwas nach draußen und legt sie dann in Richtung Fahrkabine auf dem untersten Absatz der Dachfensterverkleidung ab. Am hinteren Ende liegen die Deckel einfach oben auf der Verkleidung. Danach schiebt man sie in beide Richtungen bis zum Rand. Ich hoffe man kann dies auf den Bilder einigermaßen erkennen.

Danach schließt man das Heki wieder vorsichtig. Die Deckel werden dann durch das verschlossene Heki festgehalten. Bei mir musste ich dann links und rechts noch eine kleine Ecke wegschneiden, um die Deckel bündig an den Rand schieben zu können. Ggf. muss man an der ein oder anderen Stelle noch etwas nachschneiden. Besser man lässt die Deckel am Anfang etwas größer und schneidet nachträglich noch was weg. Nachträglich „dranschneiden“ ist erheblich schwieriger.

Eingelegt werden die Dinger von uns in der Regel, wenn wir auf längeren Strecken unterwegs sind. Sind wir an einem Standplatz werden sie herausgenommen und landen im Stauraum über der Fahrerkabine. Entlüftung und Tageslicht ist dann wieder gewährleistet. Wir hatten Anfangs Bedenken, dass die Deckel bei Fahrtwind ordentlich zu vibrieren beginnen oder auf den Flächen, auf denen sie am Heki abgelegt sind, klappern. Doch diese Bedenken wurden nicht bestätigt. Falls doch könnte ein Tesa-Moll-Band oder ein Klett-Bank weiterhelfen.

Um wieviele Dezibel meine Lösung die Fahrgeräusche reduziert, habe ich nicht gemessen. Windgeräusche sind auch immer subjektiv und werden je nach Höhenlage unterschiedlich empfunden. Ein Pfeifgeräusch mit 50 dba ist sicherlich deutlich unangenehmen als ein gleichmäßiges Summen.

Wir haben nach den ersten 800 km zumindest den Eindruck, dass unser Fahrkomfort deutlich zugenommen hat, ebenso wie die Kommunikation während der Fahrt, die nun nahezu in einer normalen Zimmerlautstärke stattfindet.

Allerdings: So ganz zufrieden bin ich mit dieser Lösung immer noch nicht. Ist zwar besser, aber noch nicht gut. Ich experimentiere weitere, ob mir noch was Besseres einfällt. Der Beitrag wird dann ggf. aktualisiert bzw. ergänzt.

Update 10.03.2019: Zwischenzeitlich habe ich oberhalb meines selbstgebauten Deckels noch zwei Schaumstoffplatten reingeschnitten (Rohlinge für Sitzkissen aus dem Baumarkt). Die Geräuschkulisse scheint noch etwas besser geworden zu sein.


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