Unsere aktuelle Wohnmobil-Wintertour führt uns von Deutschland über die Schweiz und Frankreich nach Spanien. Ziel ist zunächst Katalonien, wo wir uns einige Ziele aus der Route „Grand Tour de Katalonia“ herausgepickt haben. Später geht es weiter bis in die Region Valencia und schließlich wieder zurück über das Ebro-Delta und das katalanische Hinterland.
In diesem ersten Bericht geht es ausschließlich um die gefahrene Route und die genutzten Wohnmobilstellplätze – inklusive Ausstattung und Preisen. In einem folgenden Bericht werden wir über einige unserer Highlights berichten. Es lohnt sich also dran zu bleiben (wie immer).
Überblick / Inhaltsverzeichnis
- Anreise über Schweiz und Frankreich
- Erste Etappen in Katalonien
- Katalanisches Hinterland und Valencia
- Berge, Canyons und kleine Dörfer
- Zurück Richtung Mittelmeer
- Ebro-Delta
- Nordkatalonien
- Durchschnittliche Übernachtungskosten der Reise
- Hat dir der Beitrag gefallen?
- Weitere spannende Abenteuer, die dich interessieren könnten:
Anreise über Schweiz und Frankreich
Wir entscheiden uns für die Anreise über die Schweiz, da wir für den Januar noch eine gültige Vignette haben und somit bei annähernd gleicher Strecke die französische Streckenmaut sparen können.
Canay – erster Übernachtungsplatz in Frankreich
Die Reise beginnt mit der Fahrt von Deutschland über Basel, Bern, Lausanne und Genf. Der Verkehr läuft überraschend gut, sodass wir deutlich weiter fahren als geplant und bereits am ersten Tag die französische Grenze überqueren.
Schon bei Einbruch der Dunkelheit erreichen wir etwa 30 Kilometer hinter der Grenze den kleinen Ort Canay.

Stellplatz Canay
- Kapazität: ca. 3–4 Wohnmobile
- Preis: kostenlos
- Ausstattung: Ver- und Entsorgung, öffentliche Toilette (im Winter teilweise geschlossen)
Der Platz liegt direkt im Zentrum des Dorfes zwischen Rathaus, Dorfgemeinschaftshaus und Feuerwehr. Am Abend stehen wir allein auf dem Platz. Die Nacht ist ruhig und entspannt. Rund um den Ort gibt es zahlreiche Wanderwege sowie Aussichtspunkte und einen Wasserfall.
Mende – Stellplatz am Fluss Lot
Am nächsten Tag führt die Route über die Hochlagen des französischen Zentralmassivs. Entlang der N88 geht es ständig bergauf und bergab, teilweise bis auf über 1200 Meter Höhe.
Unser Ziel ist die Region rund um die Gorges du Tarn. Kurz vor dem Ziel entscheiden wir uns für den Stellplatz in Mende.

Stellplatz Mende
- Kapazität: etwa 20 Wohnmobile
- Preis: kostenlos
- Ausstattung: Ver- und Entsorgung
Der Platz liegt direkt am Fluss Lot und nur wenige Minuten von der Altstadt entfernt.

Sainte-Eulalie-de-Cernon – Templerort auf dem Larzac-Plateau
Die Weiterfahrt durch die Gorges du Tarn gehört zu den spektakulärsten Abschnitten der Reise.

Die Straße schlängelt sich durch enge Schluchten und Felsdurchfahrten – wunderschön, für große Wohnmobile allerdings eine Herausforderung.


Kurz vor Millau zwingt uns eine Straßensperre zu einem Umweg über die Autobahn A75. Dadurch überqueren wir das beeindruckende Viadukt von Millau.

Nur wenige Kilometer später erreichen wir den historischen Ort Sainte-Eulalie-de-Cernon. Der Ort gehörte im Mittelalter zu den wichtigen Niederlassungen des Templerordens, der hier im 12. Jahrhundert eine befestigte Komturei errichtete.

Stellplatz Sainte-Eulalie-de-Cernon
- Kapazität: etwa 20 Wohnmobile
- Preis: 11,44 € pro Nacht
- Ausstattung: Strom, Ver- und Entsorgung, WC, Dusche, Waschmaschine

Erste Etappen in Katalonien
Port Lligat / Cadaqués – Übernachten nahe dem Dalí-Haus
Über Figueres erreichen wir unseren ersten Stopp in Spanien. Über einen schmalen Pass geht es in den Küstenort Cadaqués.

Der Ort ist eng mit Salvador Dalí verbunden, der im benachbarten Port Lligat lebte.

Parkplatz Port Lligat
Nahe der Bucht von Port Lligat ist in den Wintermonaten ein einfacher Parkplatz für Übernachtungen mit dem Wohnmobil möglich.
- Kapazität: etwa 25–30 Wohnmobile
- Preis: kostenlos
- Ausstattung: keine

Der Ort selbst lädt zu einem Besuch des Dali-Wohnhauses sowie zu einer Fahrradtour auf dem Bergrücken zum Cap de Creus mit traumhaftem Meerblick ein.

Sant Pere Pescador – Stellplatz direkt am Meer
Nach unserer Fahrradtour zum Cap de Creus fahren wir weiter entlang der Costa Brava über das Städtchen Peralada bis nach Sant Pere Pescador.

Über Park4Night haben wir uns einen großen Parkplatz direkt am Meer ausgesucht, auf dem Wohnmobile über Nacht stehen dürfen.

Der Platz ist, bedingt durch die Regenfälle der letzten Wochen, zwar übersät mit riesigen Pfützen, bietet aber ein gigantisches Kontrastprogramm: Links Aussicht auf die verschneiten Pyrenäen, rechts das Meer.

Direkt vor uns liegt die Bucht mit Port Lligat und dem Cap de Creus, wo wir am Vormittag gestartet sind.
Stellplatz Sant Pere Pescador
- Kapazität: etwa 80–100 Fahrzeuge
- Preis: 0,60 € pro Stunde (ca. 8 € pro Nacht)
- Ausstattung: keine klassische Infrastruktur

Santa Cristina d’Aro – kleiner kommunaler Stellplatz
Nach einem Zwischenstopp im mittelalterlichen Ort Pals fahren wir ins Hinterland nach Santa Cristina d’Aro.

Stellplatz Santa Cristina d’Aro
- Kapazität: ca. 5 Wohnmobile, jedoch weitere Parkmöglichkeit auf dem normalen Parkplatz
- Preis: kostenlos
- Ausstattung: kostenlose Ver- und Entsorgung
Vilobí del Penedès – Stellplatz in den Weinbergen
Für das Wochenende zieht es uns ins ruhigere Hinterland der Penedès-Weinregion.

Bei unserer kleinen Radtour blicken wir immer wieder auf den zerklüfteten Bergrücken Montserrat mit seiner berühmten Klosteranlage.

Aber wir entdecken auch die landwirtschaftliche Vielfalt der Region mit riesigen Weinfeldern, abwechseln mit Olivenplantagen, Mandelbäumen und anderen Früchten, wie Avocado und anderen Gemüsesorten.

Stellplatz Vilobí del Penedès
- Kapazität: 4 Stellplätze
- Preis: kostenlos
- Ausstattung: Ver- und Entsorgung, kein Strom

Katalanisches Hinterland und Valencia
Montblanc – mittelalterliche Stadt mit Stadtmauer
Montblanc gehört zu den schönsten mittelalterlichen Städten Kataloniens. Die vollständig erhaltene Stadtmauer umschließt noch heute die historische Altstadt.


Parkplatz Montblanc
Von der Tourist-Info wurde uns ein Parkplatz oberhalb des Ortes an der Stadtmauer empfohlen, der von uns für die Übernachtung genutzt werden kann. Der Platz ist zwar etwas schräg, aber mit etwas Rangieren, erreicht man schnell eine geeignete Parkposition.
- Preis: kostenlos
- Ausstattung: keine

Valencia – zwei Nächte im Camperpark Aldaia
Wegen schlechten Wetters entscheiden wir uns spontan für einen größeren Sprung nach Süden bis nach Valencia.


Camperpark Aldaia / Valencia
- Preis: 20 € pro Nacht
- Ausstattung: Strom, Duschen, Ver- und Entsorgung

Der Platz ist trotz umliegendem Straßenverkehr und nahegelegenem Flughafen erstaunlich ruhig. Der Bus (Bushaltestelle etwa 300 m entfernt) bringt und für 2 EUR pro Person in ca. 35 – 40 Minuten in die Innenstadt von Valencia.
Wir bleiben hier 2 Nächte, sodass wir einen kompletten Tag für Valencia Zeit haben.
Berge, Canyons und kleine Dörfer
Chulilla und die Ruta de los Pantaneros
Nach der Großstadt Valencia geht es wieder ins Landesinnere. Der kleine Ort Chulilla liegt spektakulär über einer tief eingeschnittenen Schlucht.

Von hier aus können Wanderer in die Ruta de los Pantaneros einsteigen, die über mehrere Hängebrücken zu einem Stausee führt.
Wir entscheiden uns für einen sanfteren Spaziergang in den Ort und in die Tiefen der Schlucht. An den Felswänden sind immer wieder Kletterer zu beobachten.

Chulilla – Stellplatz über dem Canyon
- Kapazität: etwa 30–40 Wohnmobile
- Preis: etwa 4 € in den Sommermonaten. Bei unserem Aufenthalt gab es keinerlei Information zu Preisen und auch keine Bezahlmöglichkeit
- Ausstattung: Ver- und Entsorgung im Ort, kein Strom

Fassadenmalereien in Geldo
Der Ort Geldo lockt uns durch seine Fassadenmalereien an. Außer diesen Kunstwerken entdecken wir jedoch wenig Spektakuläres. Wir entscheiden uns dennoch hier eine Nacht zu verweilen, bevor es uns für die kommenden beiden Tage nach Caudiel und den Via Verde zieht.


Geldo – Stellplatz am Ortsrand
- Kapazität: etwa 15 Wohnmobile
- Preis: kostenlos
- Ausstattung: Ver- und Entsorgung

Caudiel – Vía Verde de Ojos Negros
Die zahlreichen Via Verde (alte stillgelegte Bahntrassen, die zu Radwegen umfunktioniert wurden) zeugen vielfach von der ehemaligen Industriekultur in Spanien. Der Vía Verde de Ojos Negros führt über zahlreiche Viadukte und Eisenbahntunnels von Teruel nach Palamos. Über rund 120 km wurden hier früher in den Bergen abgebaute Metalle zum Verschiffen ans Meer geliefert.

Caudiel – Stellplatz am Bahnhof
- Kapazität: etwa 8–10 Wohnmobile
- Preis: kostenlos
- Ausstattung: Ver- und Entsorgung, Strom gegen Jetons

Der Bahnhof ist aktuell wegen Bauarbeiten außer Betrieb. Aber auch während der Betriebszeit sind hier wohl nur tagsüber Personenzüge zu erwarten.
Zurück Richtung Mittelmeer
Moncofa – kostenloser Stellplatz an der Küste
- Kapazität: etwa 30 Wohnmobile
- Preis: kostenlos
- Aufenthalt: maximal 48 Stunden
- Ausstattung: einfache Ver- und Entsorgung

Ebro-Delta
Roquetes – Stellplatz mit Strom
- Kapazität: etwa 11 Wohnmobile
- Preis: kostenlos
- Ausstattung: Stromanschlüsse und Ver- und Entsorgung

Wir haben diesen Stellplatz als Zwischenstopp zum Ebro-Delta gewählt, weil wir zunächst an angekündigten Sturm abwarten wollten, bevor wir ins Ebro-Delta weiterfahren.
Via Verde von Roquetes nach Tortosa
Über den Via Verde, der direkt unterhalb des Stellplatzes vorbei führt, sind es ca. 6 km in das Ebro-Städtchen Tortosa mit seinen impossanten Burganlagen.


Ebro-Delta – zwischen Reisfeldern, Eukalyptus-Bäumen und Flamingos
Ab Sant Jaume d’Enveja folgen wir dem Via Verde, der uns bereits am Tag vorher von Roquetes nach Tortosa geführt hatte, weiter bis zur Ebro-Mündung.


Vorbei an alten Eukalyptusbäumen fahren fahren wir durch unzählige Reisfelder. Immer wieder bleiben wir stehen und beobachten die Flamingos, die sich im Delta in Massen niedergelassen haben.


Sant Jaume d’Enveja – Basis im Ebro-Delta
- Kapazität: etwa 20 Wohnmobile
- Preis: kostenlos
- Ausstattung: Ver- und Entsorgung

Nordkatalonien
Das schöne an Spanien ist das Kontrastprogramm. Man genießt das Meer und ist innerhalb einer Stunde wieder auf 1000 m Höhe in den Bergen. So führt uns unsere Weiterfahrt über Xerta den Ebro aufwärts. Bei Vinebre verlassen wir nach einem Übernachtungsstopp das Ebrotal mit Ziel Vic – einer größeren Stadt im Nordspanien, am Fuße der Pyrenäen.
Vic – großer Stellplatz nahe der Altstadt
- Kapazität: etwa 20 Wohnmobile
- Preis: normalerweise 10 € (bei unserem Besuch kostenlos) wegen technischem Defekt an der Schrankenanlage
- Ausstattung: Strom, Duschen, Ver- und Entsorgung

Vom Stellplatz aus sind es ca. 20 Minuten in die Altstadt.

Ripoll – Stellplatz am Fluss Ter
- Kapazität: etwa 20 Wohnmobile
- Preis: kostenlos (maximal 48 Stunden)
- Ausstattung: Ver- und Entsorgung

Vía Verde del Ferro i del Carbó
Auch in Ripoll treffen wir wieder auf eine Via Verde, eine alte Eisenbahntrasse, über die früher Carbon und Eisen transportiert wurde.

Sehenswert ist die nette kleine Altstadt sowie das Monestir de Santa Maria de Ripoll. Zahlreiche Bauwerke (wie die Eisenbrücke über die Ter) wie auch Metalltreppen in den Gebäuden zeugen vom Eisenabbau in der Region.

Eigentlich hätten wir in dem Ort noch eine weitere Nacht bleiben wollen. Doch am Nachmittag erfuhren wir von dem noch anstehenden Carnevaltreiben mit anschließender Disco, sodass wir nach einem Einkauf ins ca. 6 km entfernte Sant Joan de les Abadesses umziehen.
Sant Joan de les Abadesses – Parkplatz an der Altstadt
- Kapazität: etwa 6 Wohnmobile
- Preis: kostenlos
- Ausstattung: Entsorgung vorhanden

Es handelt sich um einen einfachen Parkplatz, auf dem man über Nacht mit einem wunderschönen Blick auf eine alte Brücke parken kann.
Über Castellfollit de la Roca zurück an die Costa Brava
Castellfollit de la Roca ist ein malerisches Dorf in der Provinz Girona, Katalonien, das spektakulär auf einem etwa 50 Meter hohen Basaltfelsen über dem Fluss Fluvià thront. Bekannt für seine schmale, felsumgrenzte Altstadt, zieht es Besucher durch seine dramatische Lage und den mittelalterlichen Charme an.


L’Estartit – privater Stellplatz an der Costa Brava
Diesen privaten Stellplatz kennen wir schon aus Aufenthalten der vergangenen Jahre. Wir nutzen diesen Platz in der Regel zum Abschluss unserer Touren, um uns vor der Rückreise über Frankreich noch ein paar Tage zu entspannen. Wir bleiben hier insgesamt vier Tage und genießen die Sonne und das Meer.

Bei einer kleinen Fahrradrunde gibt es nochmal einen abschließenden traumhaften Blick auf die verschneiten Pyrenäen.
- Preis: 14 € pro Nacht
- Ausstattung: Strom, Sanitäranlagen, Ver- und Entsorgung

Durchschnittliche Übernachtungskosten der Reise
Während der gesamten Reise verbringen wir 33 Nächte auf verschiedenen Stellplätzen.
Gesamtkosten aller Übernachtungen: 139,44 €
Bei 33 Übernachtungen ergibt sich damit ein durchschnittlicher Preis von 4,23 EUR pro Nacht.
Ein Großteil der kommunalen Wohnmobilstellplätze in Spanien ist kostenlos nutzbar. Dadurch bleiben die durchschnittlichen Übernachtungskosten trotz einiger privater Plätze erstaunlich niedrig.
Insgesamt waren wir 4882 km unterwegs und haben ca. 89 Stunden am Lenkrad gesessen.
Hat dir der Beitrag gefallen?
Echt & Unabhängig: Seit 2026 verzichten wir komplett auf nervige Werbung und Amazon-Links. Wenn dir dieser Beitrag bei deiner Planung geholfen hat, spendier uns doch einen Kaffee (oder ein kühles Radler) für die nächste Tour! Mit 5 € bist du direkt bei unserem nächsten Abenteuer dabei. Danke für deinen Support!" (PayPal-Button)




