Anstatt Jahresrückblick: Wenn einer eine Reise tut ….

Archivbeitrag aus meinem Unternehmensblog vom 12. Dezember 2017, den ich hier her übernommen habe. Verlinkungen und Bilder führen teilweise zurück zu meinem Unternehmensblog.


„Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen“ heißt es in einem Sprichwort, das ich schon von meinen Eltern und Großeltern kenne. Die Art und Weise des Reisens hat sich zwar seit dieser Zeit deutlich verändert, doch dieser Spruch stimmt immer noch.

Anstatt einem Zugticket am Bahnschalter für den D-Zug oder den „Milchkanne-zu-Milchkanne-Express“ bucht man heute online und fährt bequem ICE anstatt „Holzklasse“. Anstatt das Autofenster runterzukurbeln und einen Passanten nach dem Weg zu fragen, lässt man sich zeitsparend per Navi zum Ziel navigieren und man nutzt das Smartphone mit den diversen Social Media-Tools, um blitzschnell seine Freunde und Follower über die Highlights zu informieren – sorry, zu posten. Wenn man sich aufgrund der aktuellen Verkehrslage verspätet, hat man die Möglichkeit, per Handy seinen Geschäftspartner zu informieren.

In den vielen Jahren meines Berufslebens, beginnend als Projektmanager im Bankenumfeld, Unternehmensberatung, Sales Engineering bei Softwareanbietern bis zum zu meiner aktuell 14 jährigen Selbständigkeit als Unternehmensberater und Coach, habe ich unzählige Reisen unternommen. In alle möglichen Länder und Destinationen (wie man auf Neudeutsch sagt).

Und wenn man in internationalen Unternehmen tätig ist, lernt man dabei nicht nur Städte wie New York, Vancouver, London, Zürich, Madrid oder Wien kennen, sondern auch so manche fremde Kultur. Man beginnt nachzudenken:

Warum tun wir Dinge so, wie wir sie tun, und nicht anders? Während der eine sein Frühstück mit zwei Brötchen und Marmalade genießt, lädt sich der andere seinen Teller voll mit Speck, Bohnen, gebratenen Würstchen und Rührei, um dann am Frühstücktisch in ein Fachgespräch mit seinem Vorgesetzten verwickelt zu werden, das damit endet, dass beide nach 10 Minuten den Frühstückstisch hektisch verlässt und keine Zeit mehr bleibt, die restlichen 87,3 % des auf den Teller geladenen Frühstücks zu vertilgen …

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Ich erinnere mich an eine Zugfahrt mit dem ICE zurück aus Hamburg

und eine Dame namens ….. :-). Ich glaube dies war die einzige Dienstreise, bei der ich mir für eine solche kurze Strecke Frankfurt – Hamburg zu einem Flug überreden hatten lassen anstatt gleich den Zug zu nehmen.

Der Hinflug klappte reibungslos. Doch am Abend am Flughafen angekommen, erklärte man mir, dass der letzte Flug storniert sei. Man drückte mir – wie allen anderen Reisenden – einen Zugticket 2. Klasse in die Hand sowie einen Taxigutschein zurück in die Stadt zum Bahnhof Altona.

Der Zug nach Frankfurt war voll. Schließlich musste er alle regulären Reisenden sowie alle Reisenden unseres Fluges zusätzlich aufnehmen. An einen Sitzplatz war nicht zu denken. Ebenso ein ein Durchkommen zum Speisewagen – obgleich dieser wahrscheinlich nach kurzer Zeit eh ausverkauft gewesen sein dürfte. Doch da kam die Dame …. ins Spiel. Sie hatte Ihre Teilnahme bei einer Veranstaltung aus Frust vorzeitig abgebrochen. Und um den Veranstalter zu ärgern, hatte sie sich beim Frühstück ordentlich mit Brötchen und belegten Broten eingedeckt.

Danke an dieser Stelle nochmal an die Dame, deren Name ich aus Diskretionszwecken nicht nennen will, für die vorzügliche Versorgung während der Fahrt von Hamburg nach Frankfurt /Main. Dank ihr wurde die Fahrt dann sogar richtig lustig und ich erinnere mich heute noch daran.

Ich erinnere mich an eine Heimfahrt von Wien Westbahnhof nach Aschaffenburg.

Es war zu einer Zeit als die ICEs noch etwa spärlicher auf dieser Strecke fuhren. Und so war für mich der D-Zug Budapest – Frankfurt die günstigste Verbindung am Freitag Nachmittag, um nach Hause zu kommen. Die Zuge waren meist schon in Wien West gut besetzt und man hatte Mühe, sich trotz Platzreservierung seinen Sitzplatz zu erkämpfen – zumal die meisten Mitreisenden kein Deutsch sprachen und (wahrscheinlich) aus ihrem Land auch das System der Platzreservierung nicht kannten. Zumindest war dies mein Eindruck der verständlichlosen Blicke, die ich erntete, wenn ich mein Reservierungsticket zückte. Doch dieser Nachmittag war anders. Durch einen ausgefallen Zug am frühen Nachmittag war auch dieser Zug voll. Nein, er war nicht voll, er war richtig voll. So voll, dass man in Grunde keine Maus mehr hineingebracht hätte. Auf der Strecke war dann ein gelegentlicher Wechsel. Fahrgäste stiegen aus, neue ein, was aufgrund dem Gedränge in den Gängen schon eine gewisse Herausforderung für alle darstellt. Ich erinnere mich an den Halt in Regensburg. Eine Stimme im Gang von einer älteren Dame „aber ich muss doch da vor zu meinem Sitzplatz“ und eine Gruppe junger Männer im Gang, von denen einer dann meinte „komm, Omchen, wir helfen dir“. Kurz darauf wurde über den Köpfen der jungen Männer ein Koffer herübergereicht, es folgte eine Reisetasche und ….. Nein, das was ich mir zu diesem Zeitpunkt vorstellte, blieb dann allerdings aus. :-)

Ich erinnere mich an eine Autofahrt von Linz nach Aschaffenburg.

Wir hatten am Vormittag noch einen Präsentationstermin in Innsbruck und fuhren am frühen Nachmittag über das „große deutsche Eck“, Salzburg und die Westautobahn nach Linz, wo sich am Nachmittag noch ein Besprechungstermin anschloss. Während unserer Besprechung begann es zu schneien, zu schneien und zu schneien. Die ersten Kilometer verliefen noch recht gut, wenn auch vorsichtig und langsam. An ein Rausfahren auf einem Parkplatz war nicht zu denken. Denn ich hatte die Befürchtung, dass von dort nicht mehr loskomme. Also hieß die Devise „fahren, fahren, fahren“. Ab Passau wurde die Fahrt dann entspannter. Weniger Schnee auf der Fahrbahn – danke der Schneepflüge, die auf der vollen Breite die Autobahn vor uns räumten und die gesamte Kolonne bis weit nach Regensburg auf fast Schritttempo abbremsten. Zu Hause bin ich wohlbehalten, aber müde, kurz vor 4 Uhr in der Früh angekommen. Es schneite immer noch – bis in den Nachmittag des gerade begonnenen Tages.

Und ich erinnere mich an eine Übernachtung irgendwo auf dem Land.

Ich weiß nicht mehr genau wo. Doch ich weiß es ganz genau. Und ich kann mich auch an das Zimmer erinnern. Doch die Diskretionsgründe, ihr wisst schon. :-) .

Der Vollständigkeit sei erwähnt, dass ich üblicherweise im Auto immer einen Schlafsack mit mir führe. Für den Fall, dass man mal irgendwo liegen bleibt oder ihn sonstwie braucht – zum Beispiel bei plötzlichem auftretendem Schneefall etc. :-). Wir hatten an diesem Nachmittag noch eine Besprechung, sodass ich mein Zimmer nicht rechtzeitig beziehen konnte. In einem Telefonat mit dem Hotel (naja, es war eher eine Pension) hatte man mir zugesagt, dass man mir den Zimmerschlüssel irgendwo im Hof deponiert und beschrieb mir, wie ich von dort in mein Zimmer komme. Das hat auch wunderbar funktioniert. Der Zimmerschlüssel lag da, der Haustürschlüssel auch, und den Weg ins Zimmer fand ich auch auf Anhieb. Sogar den gewünschten „Schlummertrunk“ hatte man mir zurechtgestellt. So musste ich die Nacht, wie ihr vielleicht vermutet hättet, nicht im Schlafsack im Auto übernachten. Ich ging  jedoch dennoch den Weg zurück in mein Auto und holte meinen Schlafsack. Ich wollte in diesem Bett nicht schlafen. Es war das einzige Mal, das ich jemals meinen Schlafsack als „Backup“ gebraucht habe.

Ich erinnere mich an meine Aufenthalte in New York, in Florida und in Vancover, die alle auf ihre Art besonders waren.

Ich erinnere mich an zahlreiche weitere Reisen und Anekdoten, von denen ich euch gerne einmal im persönlichen Gespräch bei einer geselligen Runde erzähle. Es war alles in allem gesehen eine schöne Zeit. Manchmal anstrengend, doch immer wieder auf ihre spezielle Art und Weise besonders und eindrucksvoll.

Meine letzte Reise in diesem Jahr

führte mich übrigens nicht wie gewohnt in meine Lieblingsstadt Wien, von der ich die Advents- und Weihnachtsmärkte auch schon vermisse, sondern in die Bayerische Landeshauptstadt München, von der ich euch ein paar Impressionen da lasse. Die Nächte verbringe ich dort üblicherweise im Hotel Motel One am Deutschen Museum / Gasteig, von wo aus man ein herrlichen Blick auf die Stadt und bei guten Wetter auf die bayerische Alpenwelt hat. Nachhaltigkeit und gesunde Ernährung steht dort im Vordergrund – besonders beim Frühstücksbuffett – wie die Tafel am Frühstücksbuffett gut beschreibt. P.S.: Dies ist keine bezahlte Werbung, sondern ein freiwilliger Beitrag auf Basis meiner Überzeugung. Dennoch herzlichen Dank an das Management des Hotels Motel One, dass ich die Bilder hier veröffentlichen darf.

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Für mich beginnt im Jahr 2018 (ich denke im Mai oder Juni) eine neue Form des Reisens. Sowohl geschäftlich als auch privat. Ich hoffe damit viele meiner Kunden noch individueller und unabhängiger von äußeren Rahmbedingungen bedienen zu können. Wie das genau aussieht, kann man vielleicht erahnen, wenn man meine Seite „Aus Stadt, Land und Welt“ etwas tiefgründiger betrachtet. Auf jeden Fall könnt ihr mit einem „Gefällt mir“ auf meiner Facebookseite „Aus Stadt, Land und Welt“ auf dem Laufenden bleiben. Oder natürlich auch hier.

Es wird und bleibt spannend. Vielen Dank an alle, die mich bis hierhin begleitet haben.

In diesem Sinne verbleibe ich zunächst mal ….. Ob in diesem Jahr noch ein Blogbeitrag kommt in Sachen „Jahresrückblick“ hängt von meiner Laune ab.


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