Pössl Summit 600 – 14 Tipps und Erfahrungen aus 23 Nächten und 4.600 km


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Am 11.07. – also ziemlich genau vor 2 Monaten – haben wir unseren Pössl Summit 600 von unserem Händler in Stralsund übernommen. Seit dieser Zeit haben wir insgesamt 23 Nächte in unserem Summit 600 verbracht und fast 5.000 km zurückgelegt. In drei der 23 Übernachtungen war ich alleine geschäftlich unterwegs.

Zeit, um dazu einen ersten Erfahrungsbericht zu starten. Unsere Beweggründe, warum wir uns für den Pössl Summit 600 entschieden haben, hatte ich in meinem Blogbeitrag vom 23. Mai ja schon ausführlich beschrieben. Für diese Vorteile (großzügiges Raumkonzept / geräumiges Schwenkbad) waren wir bereit auch einige Kompromisse einzugehen, die mir im Vorfeld auch durchaus einiges an Kopfzerbrechen beschert hatten. Ich möchte im Folgenden auf diese Punkte, wie auch auf einige andere Erfahrungen, die wir in der kurzen Zeit machen konnten, näher eingehen. Nur so viel vorab: Meine Bedenken erwiesen sich weitgehend als unbegründet, bzw. konnten mit ein paar Kniffen beseitigt bzw. auf ein Minimum reduziert werden.

1. Kompressor-Kühlschrank:

Hier hatte ich Anfangs Bedenken bezüglich Stromverbrauch und Lautstärke. Kann man mit einem Kühlschrank an Bord, der ausschließlich auf Strom läuft, überhaupt autark stehen? Läuft das Ding so laut, dass man noch in Ruhe schlafen kann? Die Antworten: Der Kompressor-Kühlschrank läuft wesentlich leiser als erwartet. Man hört beim Ein- und Ausschalten ein kurzes Knackgeräusch sowie im Betrieb ein leises Brummen, das mich an ein Flugzeug erinnert, das irgendwo ganz weit entfernt vorbeifliegt. Mit der 2. Aufbaubatterie (und ohne Solar) kamen wir in den letzten Wochen autark gut 2 Tage aus. Wobei der Kühlschrank in der Regel auf Stufe 2 – 3 läuft und  Anfang September in der Nacht auch zeitweise die Heizung (Gebläse) lief. Probleme mit dem Strom bekamen wir lediglich, als wir über 2 Tage an einem sehr heißen Standort standen und der Innenraum des Fahrzeuges ordentlich aufgeheizt war.

2. Betten:

Die Berichte einiger anderer Summit-Besitzer, dass die Betten zu hart sind, können wir nicht bestätigen. Wir haben durchgängig sehr gut darauf geschlafen. Unter dem Bettlaken hatten wir Anfangs eine Wolldecke, jetzt seit einigen Tagen einen Comfort-Matratzenschoner (siehe hier https://amzn.to/2Oc3dKP Amazon-Link), der wie ein dünner Topper wirkt, und der auch die Ritzen zwischen den Matratzenteilen problemlos ausgleicht.

3. Küche:

Der Platz in der Küche ist für uns ausreichend. Im Rundschrank wie in der untersten Schublade befindet sich diverses Geschirr. Unter der Besteckschublade ist je eine Schublade für Lebensmittel sowie weiteres Geschirr und Töpfe verplant. Für Getränke habe ich mir aus Original-Getränkekisten eine Vorrichtung gebastelt, die sich gut zugänglich in der Heckgarage befindet.


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4. Schottwand und Heckgarage:

Die standardmäßig angebotene Schottwand war uns deutlich zu unflexibel, da man beim Herausnehmen das Bett weit nach oben klappen muss. Da wir das Originalbrett nicht gleich zerschneiden wollten, haben wir uns hier eine 2-teilige Vorrichtung aus Korkplatte gebastelt, die früher oder später vielleicht doch durch eine zurechtgeschnittene Original-Schottwand ersetzt werden. Das obere Brett ist an der Seite etwas eingeschnitten, sodass man es ohne das Bett anzuheben, herausnehmen und beim Stehen hinter dem unteren Brett verstauen kann. Damit ist das Heck während der Standzeiten gut zugänglich und im Fahrbetrieb entsprechend gesichert.

Wichtig für die Heckgarage ist, dass man seine Beladung so gestaltet, dass der Warmluftausströmer, der sich im Summit 600 auf der linken Seite in etwa mittig befindet, frei bleibt. Bei uns stehen dort unsere Klappstühle, die die Warmluft durch das Gestell gut durchlassen.

5. Grauwassertank:

Hier besteht noch ein Mango. Der serienmäßige Ablauf ist beim Herunterdrücken doch sehr schwergängig und man macht sich bei jeder Entleerung zwangsläufig die Finger nass. Auch etwas Silikonspray auf dem Schieber hat dieses Problem leider nicht behoben. Hier überlegen wir, evtl. ein Kugelventil nachzurüsten.

6. Kleiderschrank:

Der Kleiderschrank befindet sich im Summit bekannterweise unter dem Bett. Je nach Ausführung (Summit 600 und 640 links / Summit 600 Plus rechts). Uns ist diese Nutzung als Kleiderschrank zu umständlich, sodass wir diesen Stauraum als Depot für alle möglichen Dinge nutzen, die wir selten brauchen. Hier befindet sich beispielsweise die große schwarze Kiste mit dem Werkzeug, zwei Rucksäcke, Ersatzbettwäsche, Toilettenpapier sowie Ersatzwäsche, wenn wir länger unterwegs sind. Als tatsächlichen Kleiderschrank nutzen wir übrigens das Fach über dem Führerhaus. Dort kann man gut und gerne ein paar Jacken, wie auch sonstige Kleinigkeiten (Jogginghose für „zu Hause“ etc.) deponieren.

7. Schwenkbad:

Definitiv nicht enttäuscht wurden wir von dem geräumigen Schwenkbad, das sich wahlweise in eine Toilette mit Waschbecken oder in eine Dusche verwandeln lässt, die es auch noch zulässt, sich nach dem Duschbad zu bücken, falls es mal herunterfällt. Die beiden Abläufe am Boden sind mittig sowie an einer Ecke, sodass schon mal etwas Wasser stehen bleibt, wenn man nicht ganz gerade steht. Die beiden Abläufe, wie auch den Ablauf in der Küche, haben wir mit einem Sieb versehen, die man üblicherweise im Haushaltshandel erhält.

8. Fahrradträger:

Nach langem Hin und Her haben wir uns für die Kombination Anhängerkupplung und Kupplungsträger entschieden. Hier fiel unsere Wahl auf den Atera Vario 2 (siehe hier https://amzn.to/2CNyrXp Amazon-Link). Der Träger lässt sich auf einer Schiene nach hinten wegklappen und ermöglicht so das Öffnen der Hecktüre um ca. 45 Grad. Zum ganz öffnen muss man den Träger leicht von der Kupplung lösen und dann nach rechts bzw. links drehen. Der allgemein empfohlene Atera Strada DL 3, bei dem sich die Türen komplett öffnen lassen, wenn nur die hinteren beiden Fahrradschienen bestückt sind, schied bei uns leider aus, da die Nutzlast bei diesem Modell auf 45 kg beschränkt ist und dies für unsere beiden E-Bikes etwas knapp ist. Somit mussten wir den Kompromiss mit dem Lösen der Anhängerkupplung eingehen. Die Handhabung erwies sich nach ca. 10 Tagen Nutzung aber durchaus als akzeptabel.

9. Das Fahrzeug selbst:

Der Fiat Ducato erweist sich nach den 4.800 gefahrenen Kilometern als durchaus alltagstauglich. Mittlerweile habe ich mich auch an die Abmessungen des 6 Meter langen und 2,05 Meter breiten Kastens gut gewöhnt. Die Motorisierung ist mit den 150 PS aus meiner Sicht absolut ausreichend. Höchstgeschwindigkeit oder Straßenrennen fährt man mit einem solchen Fahrzeug ohnehin nicht. Zum Überholen auf Landstraße oder an einer Steigung an einem Lkw vorbei hat er aber genug Kraftreserven, die ich bisher noch nicht komplett ausreizen konnte. Allerdings waren wir auch bisher maximal im Mittelgebirge unterwegs.


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11. Windgeräusche im vorderen Heki über der Sitzgruppe:

Ein Problem, das offensichtlich bei den meisten Kastenwagen besteht und das bei Geschwindigkeiten ab ca. 100 km/h einen Geräuschpegel erzeugt, der eine Unterhaltung nahezu unmöglich macht. Hier überlegen wir noch, wie eine Lösung aussehen könnte. Siehe hierzu auch den Test von Promobil aus dem Jahr 2016.

12. Mobile Stromversorgung

Um auch von unterwegs für meine Kunden handlungsfähig zu bleiben, war für mich eine unabhängige Stromversorgung für Mobiltelefone, PC, Ladegerät für Fahrradcomputer etc. wichtig. Somit müssen alle Akkus über das 12-V-Bordnetz versorgt werden können. Basis dafür sind 2 USB-Adapter (–> https://amzn.to/2COzjuL Amazon-Link) sowie ein USB-Ladegerät für meinen PC (–> https://amzn.to/2OduiNy Amazon-Link). Einzige Ausnahme ist ein Fön, der im autarken Betrieb ohnehin die Batterien im Handumdrehen leersauben würde und der nur am festen Stellplatz oder Campingplatz betrieben wird.

13. Gewicht

Inclusive Ausstattung für 1 Woche Urlaub, Fahrrädern und vollen Tanks (Diesel, Wasser, Gas) bringt unser Summit 600 ein Gesamtgewicht von knapp 3.400 kg auf die Waage – dem Recyclinghof sei Dank für seine Unterstützung. Wir haben also noch rund 100 kg Luft für alle Fälle. Hierzu sei allerdings angemerkt, dass wir von Anfang an (also schon bei der Bestellung) versucht haben, mit jedem Kilo zu geizen, und auf unnötigen Schnickschnack verzichtet haben.

14. Problem Gasflaschenfach

Probleme zeigten sich beim ersten Gasflaschentausch mit den Flaschenhalterungen am Boden. Der Händler hatte es beim ersten Mal irgendwie hingekriegt eine Flasche dort wackelfrei zu platzieren. Doch beim ersten Tausch waren die Dinger einfach nicht mehr rein zu kriegen. Nach zahlreichen Fehlversuchen, etlichem Fluchen und viel Schweiß (ja, die Dinger sind ja nicht so leicht), gab es nur eine Lösung: Halterungen abschrauben, Schablone basteln und die Halterungen neu befestigen. Jetzt gleiten die Flaschen einfach so in die Halterungen und stehen nach dem Verzurren bombenfest. Die hinteren Halterungen mussten um ca. 1 cm nach vorne, bei den vorderen waren es immerhin ca. 2 cm. Möglicherweise ist der relativ dicke Rand am Boden der Alu-Gasflaschen der Grund für diese erforderliche Korrektur.

14. Mängelliste:

Bisher gab es lediglich 2 Probleme, die fahrzeugseitig aufgetreten sind. Der Fahrersitz, bei dem das Polster von Anfang an wie „durchgesessen“ wirkte und der sich beim Sitzen auch deutlich weicher anfühlte als der Beifahrersitz. Und die Verriegelung an der Hecktüre, die (wahrscheinlich von Anfang an) nicht funktionierte. Beide Dinge wurden in Absprache mit meinem Pössl-Händler von einem Fiat-Service in meiner Nähe behoben. Verriegelung wurde bereits repariert, Austausch des Sitzes wurde bereits avisiert und wird wohl in den kommenden Tagen auch noch erfolgen. Hinzu kommt das Problem mit dem Grauwasserablass wie unter Punkt 5 beschrieben, was aber an sich konstruktionsbedingt ist, und somit keinen wirklichen Mangel darstellt.

Soweit das Wichtigste in Kürze. Ich hoffe, ich konnte mit diesem Beitrag dem ein oder anderen weiterhelfen, ein paar Bedenken zu zerstreuen oder eine Kaufentscheidung zu erleichtern. Wenn ja, würde ich freuen, wenn ihr diesen Beitrag (und natürlich auch diesen Blog generell) an euer Netzwerk weiterempfehlt. Facebook, Twitter, Google+ und natürlich auch gerne persönlich.


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