Dämmung im Wohnmobil / Kastenwagen (Fiat Ducato)

Das Thema Dämmung bzw. Isolierung im Kastenwagen wird in den Foren und Facebook-Gruppen immer wieder gerne diskutiert. Ich habe mir die bestehende Dämmung der Hecktüren in unserem Kastenwagen angeschaut und mich entschlossen, hier etwas nach zu arbeiten.

Der folgende Bericht und die Bilder beziehen sich auf einen Kastenwagen Fiat Ducato BJ 2018.

Material

Zur Verarbeitung kommt eine Rolle Armaflex XG in einer Stärke von 13 mm (Werbung / Link zu Amazon). Alternativ kann man auch dickere oder dünnere Platten (z. B. 19 mm oder 9 mm) verwenden. Leider gab es das Material zum Zeitpunkt meiner Bestellung nicht in kleineren Einheiten. 1,2 – 1,5 m² hätten locker ausgereicht. Das Gewicht der Rolle (ohne Verpackung) beträgt 2,6 kg. 

Hinzu kommt ein 3 mm Armaflex-Klebeband (Werbung / Link zu Amazon), um die Stellen abzudichten, für die die Platten zu dick sind. Das ist z. B. um die Fensterrahmen an der Hecktüre und hinter den Ablagefächern in den Hecktüren oben der Fall.

Man sollte darauf achten, mindestens die XG-Qualität oder höherwertig zu bestellen. Die billigere Variante mit dem Zusatz „ACE“ sei wegen eines zu hohen Eigengeruches nicht für Innenräume verwendbar – so zumindest die Aussage, die ich mir aus diversen Foren zusammengelesen habe.

Generell sei gesagt:

Komplett abdichten lassen sich die Hecktüren leider nicht. Da sind zu viel Verstrebungen, Schrauben, Anschlüsse für Leitungen etc., an die man unter Umständen dran muss. Wobei hier die linke Hecktür – bedingt durch das Nummernschild – deutlich schwieriger ist.

Also galt für mich die Devise: Eine unvollständige Dämmung ist immer noch besser als gar keine. 

Zwischen den Verstrebungen habe ich überwiegend mit kleinen Stücken gearbeitet, die ich dann aneinander geklebt habe. Das Zeug klebt wie sonst was. Wenn erst man dran, dann dran.

Vorsicht: bei der Dämmung in den Türen nicht ganz nach unten kleben. Am unteren Rand sind Lüftungsschlitze im Rahmen, durch die Schwitzwasser oder eingedrungenes Regenwasser ablaufen kann. Das sollte auch so bleiben.

Nun ans Werk:

Die Verkleidungen in den Türen lassen sich relativ einfach entfernen. In der oberen Hälfte einfach die Kreuzschrauben ringsum und an der Stirnseite lösen. Die untere (schwarze) Verkleidung mit einem Schlitzschraubenzieher vorsichtig zwischen die Nippel fahren, Schraubenzieher leicht drehen und und den Nippel rausziehen.

Rund um die Schraublöcher hat sich leider etwas Flugrost angesetzt. Ich denke mal, das waren kleine Reste von Metallspähnen, die hier am Werk waren. Ich habe an den Stellen zunächst mit etwas Rostentferner nachgearbeitet.

Bevor ich mit der Dämmung beginne, mache ich erst mal einen Regenwasser-Test mit dem Gartenschlauch.

Achtung !

Es gibt Aussagen in Foren, die sagen, die Ausbauer würden bewusst auf die Dämmung der Hecktüren verzichten, um zu vermeiden, dass sich eingedrungenes Regenwasser dahinter sammelt und zu Rost führt.

Mein eigener Test mit dem Gartenschlauch war negativ. Kein Wasser / keine Tropfen im Innenbereich. Ich habe auch nirgendwo Verfärbungen oder Wasserstreifen gefunden, die darauf schließen lassen, dass hier irgendwann mal Wasser durchgeflossen sein könnte – weder in den Hecktüren noch in der Seitentüre -, obwohl unser Kastenwagen in den letzten vier Jahren schon einige heftige Wolkenbrüche mitgemacht hat.

Vielmehr hatte ich den Eindruck, dass die werksseitig vorhandene Dämmung nur großflächig an die Stellen hin geklebt wurde, an die man leicht dran kommt. Interessanterweise ist unterhalb der Stelle, an der angeblich Wasser eindringen könnte – nämlich am Griff – werkseitig sehr großflächig gedämmt.

Aber am Ende muss jeder selbst wissen, ob er das Risiko eingehen will. Ich werde auf jeden Fall nach einigen Monaten nochmal eine Sichtkontrolle durchführen. Und empfehle jedem, sich diese Problematik genau anzuschauen, bevor er/sie mit der Arbeit beginnt. Möglicherweise gibt es hier auch große Unterschiede zwischen verschiedenen Fahrzeugmodellen und -herstellern.

Ich habe die original verklebte Dämmung drinnen gelassen und meine Dämmung in handlichen Stücken drum rum geklebt. Vor dem Abziehen der Klebefolie erst einpassen, um sicher zu sein, dass die Größe passt. Denn wie gesagt: Klebt das Zeug erst mal, dann klebt es auch.

Im oberen Bereich rund um die Fenster und in dem Ablagefach oberhalb war es etwas aufwendiger. Hier fehlt teilweise der Platz für meine 13 mm-Isolierung. Vor allem der Abstand zwischen dem hinteren Ende des Ablagefaches und dem Außenblech scheint sehr knapp zu sein. Hier kommt dann das 3 mm-Armaflex-Band zum Einsatz.

Sehr gut werkseitig gedämmt erscheint mir allerdings die Schiebetür. Sicher kann man an der ein oder anderen Stelle noch was ergänzen. Ich entschied, dies so zu lassen. Zumal ja ein Teil der Tür durch den Küchenblock versperrt wird und eine zusätzliche Dämmung den Ausbau der Tür erforderlich gemacht hätte.

Zeitaufwand und Materialverbrauch

Für die beiden Hecktüren + Öffnen der Verkleidung und Überprüfung Schiebetür insgesamt ca. 1 Tag. Benötigtes Material: ca. 1,20 m² der gelieferten Armaflex XG-Rolle (Werbung / Link zu Amazon) und ca. 3 Meter Armaflex-Klebeband (Werbung / Link zu Amazon). Gewicht des verarbeiteten Dämm-Materials: ca. 800 g.

Weitere Infos zur Dämmung des Kastenwagens

Siehe dazu auch ergänzend meinen Beitrag. Ob ich die dort unter Punkt 5 vorgestellte Isoliermatte noch benötige, wird sich in der Praxis zeigen. Ich denke, in der Übergangszeit oder in nicht ganz so kalten Wintern wird es auch ohne gehen.

Wohnmobil (Kastenwagen) winterfest machen – mit 7 Kniffen zugluftfrei durch den Winter

 

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