Wohnmobil (Kastenwagen) winterfest machen – mit 7 Kniffen zugluftfrei durch den Winter

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So richtig winterfest wird ein Kastenwagen ja angeblich nie. In den Beschreibungen spricht man allgemein von “bedingt wintertauglich”. Und wenn man im Winter unterwegs ist, spürt man dies auch deutlich. Sobald es draußen kalt wird und es im Fahrzeug deutlich wärmer ist als draußen, spürt man schnell, wo die Schwachstellen sind und wo die Zugluft her kommt. Dennoch kann mit ein paar wenigen Maßnahmen das Wohlbefinden im Winter deutlich verbessern.

Der anstehende Winter ist nun der 3. Winter, in dem wir unterwegs sein werden und wir haben nach einigen Versuchen nun die wesentlichen Schwachstellen beseitigen können – größtenteils sogar ohne großen finanziellen Aufwand:

1. Schwachstelle: Führerhaus 

Gegen die Zugluft von unten hilft ein individuell auf das Fahrzeug angepasste Auto-Fußmatte (wie diese hier)(Amazon-Link), den man gegen wenig Geld erwerben kann. Schon ist die Zugluft durch die Ritzen weg. Die Fußmatte trägt außerdem noch deutlich zur Geräuschdämmung beim Fahren bei.

Für die Frontscheibe nutzen wir eine einfache große Frontscheibenmatte, die wir mal günstig beim Discounter erstanden haben.

Die Isolierung ist zwar nicht so gut wie bei den professionellen Matten. Dafür lässt sie sich schnell anbringen und verhindert wirkungsvoll das Beschlagen der Frontscheibe in der Nacht. Verstaut wird die Matte im Stauraum unter dem Fahrersitz, wo sich bei uns auch Bordbuch, Warndreieck und Erste-Hilfe-Kasten befinden.

Die Seitenscheiben von Fahrer und Beifahrer bleiben offen. Wir wollten uns nicht komplett “einsperren”. Wer es perfekter und besser isoliert haben möchte, greift zu einer Frontscheiben-Isolierung wie diese hier (Amazon-Link). Die professionellen Isolierungen haben zudem den Vorteil, dass sie sich meist an den Scheiben tagsüber wegklappen lassen, ohne dass man die Isolierung komplett abnehmen muss.

2. Schwachstelle: Durchgang zwischen Führerhaus und Wohnraum

Wer sich eine Weile auf unterschiedlichen Sitzplätzen im Wohnmobil aufhält, wird merken, dass es im Führerhaus schon deutlich kälter ist als im Rest des Fahrzeuges. Um Gas zu sparen, hängen wir den Durchgang in der Nacht mit einer Decke ab. Man kann hierfür eine dicke Decke oder auch eine Isolierdecke verwenden. Wir nutzen eine normale Decke, die tagsüber als Tagesdecke für die Betten dient. Sie wandert in der Nacht nach vorne und am Morgen wieder nach hinten.

3. Schwachstelle: Schiebetür

Hierfür haben wir uns im Baumarkt eine handelsübliche Rohrisolierung gekauft. Zahlreiche Versuche vorher mit Klebeband, Isolierbänden etc. waren leidererfolglos, da beim Schließen der Tür immer im Weg war. Diese Rohrisolierung wird einfach in den Spalt reingelegt, wenn wir von innen verschließen. Wenn wir nicht im Fahrzeug sind, bleibt dieser Spalt halt offen.

4. Schwachstelle: Küchenzeile

Wer die Schubladen schon einmal ausgebaut hat, wird feststellen, dass es dahinter oftmals wenig bis gar keine Isolierung gibt. Hier haben wir die Löcher mit einer zurechtgeschnittenen alten Frontscheibenmatte abgeklebt. Schön ist anders – aber man sieht es ja nicht. Im unteren Bereich verschließt eine zusammengerollte Decke die großen Löcher. Die Decke wird im Frühjahr zur besseren Fahrzeugbelüftung wieder entfernt.

4. Schwachstelle: Zugang zu den Heckleuchten

Hier dient ein dickes Stück Schaumstoff (6 cm). , Diese wurde zunächst zurechtgeschnitten (allerdings mit ca. 1 – 2 cm zusätzlich auf jeder Seite). Die Matte schneiden wir nun außenrum am Rand mittig ca. 1 cm ein.

Mit der eingeschnittenen Kerbe klemmt der Schaumstoff dann in der Fahrzeugverkleidung fest. So lässt sich der Schaumstoff für den Birnchenwechsel oder auch im Sommer leicht herausnehmen.

5. Schwachstelle: Hecktür

Auch hier wird man schnell feststellen, dass in vielen Fahrzeug so gut wie gar keine Isolierung vorhanden ist. Eine der größten Schwachstellen ist der Spalt zwischen den beiden Hecktüren. Hier hatten wir anfangs eine ebenfalls eine Rohrisolierung, die wir einfach hochkant in den Spalt reingesteckt haben. Fest montiert wurde in der Zwischenzeit ein dünnes Brett, mit Dekorfolie beklebt, und mit doppelseitigem Klebeband an der linken Hecktür befestigt.

Dieses isoliert zwar nicht so perfekt, hält uns dauerhaft die Zugluft vom Leibe und wirkt auch optisch etwas schicker als der Spalt im Lieferwagen-Flair. Ergänzend haben wir im Heck eine Isoliermatte ähnlich dieser hier (Amazon-Link) (war bei uns im Lieferumfang enthalten). Auch hier gibt es verschiedene Ausführungen, z. B. auch mit Guck-Löchern zum Aufklappen.

6. Schwachstelle: Wasserversorgung und Entsorgung

Mit dem Frischwasser hatten wir bisher im Winter keinerlei Probleme. Der Frischwassertank ist ja innerhalb des Fahrzeuges und die Leitungen dürften sich bei den meisten Fahrzeugen auch innerhalb der Isolierungen befinden. Solange man im Fahrzeug durchheizt (mind. ca. 15 Grad) hatten wir bisher keine Probleme. Übrigens: Wenn das Fahrzeug mehrere Tage nicht benutzt wird, lasse ich in der Regel das Wasser komplett ab, incl. Wasserhähne auf, heize aber dennoch sicherheitshalber auf kleiner Stufe bei 6 – 7 Grad durch.

Bei unserer selbst konzipierten Isolierung im Küchenblock haben wir darauf geachtet, dass wir die Rohrleitungen innen liegen und wir sie nicht “nach außen wegisolieren”.

Etwas problematischer dürfte bei vielen der Abwassertank sein. Die Abwassertankheizung, die bei uns werkseitig verbaut war, habe ich bisher noch nie genutzt, da sie extrem viel Strom frisst und damit nur bei Landstrom einsetzbar ist. Sofern wir auf einem festen Platz stehen, bleibt der Abwasserhahn offen und ein Eimer kommt drunter. Sofern dies nicht möglich ist (weil man z. B. am Straßenrand übernachtet), kann man mit Streusalz oder Frostschutzmittel für die Scheibe das Wasser vor dem Einfrieren verhindern. Wir haben im Winter immer 2 Liter Frostschutz dabei, wird allerdings nur in äußersten Ausnahmefällen genutzt (wegen der Umwelt).

7. Schwachstelle: Kamin

Eigentlich kein Isolierungsproblem, aber auch ein Punkt, der im Winter häufig lästig ist: Das heruntertropfende Kondenswasser gefriert außen am Fahrzeug fest. Als Einstiegslösung dient eine Wäscheklammer, an der das Wasser abfließt (Vorsicht: vor dem Losfahren daran denke, dass man die Klammer wieder entfernt). Wir haben uns nach dem 1. Winter für dieses Kaminschild (Amazon-Link) entschieden, das einfach unter den Kamindeckel geschraubt wird und dort dauerhaft verbleibt. Installationszeit ca. 5 Minuten. So fliegen auch keine Wäscheklammern mehr durch die Gegend.

Mit diesen 7 Tricks waren wir bisher auch im Winter bis – 10 Grad unterwegs. Unsere Truma4-Gasheizung hat in solchen Situationen zwar gut zu tun. Aber wir kommen zugluftfrei durch den Tag und die Nacht und sparen mit diesen Maßnahmen auch noch einiges an Gas.

Viel Spass beim Winter-Campen und allseits gute Fahrt.