Kraft durch Freude – Eindrücke von der Insel Rügen


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Während unserer Weiterfahrt von Stralsund auf die Insel Rügen hatte uns der Regen noch fest im Griff und überschattete zu unserem Leidwesen auch die wenigen Minuten, die wir auf dem Turm des Jagdschlosses Granitz über die Region blicken durften. Doch dies sollte der letzte Regen während unserer 10-tägigen Rundreise sein und je weiter wir in den Folgetagen in Richtung Süden kamen, desto wärmer wurde es dann auch. Doch darüber später mehr.


Obligatorischer Hinweis vorab: Der Artikel enthält einige Links sowie Hinweise auf Lokalitäten. Diese Hinweise erfolgten aus freien Stücken, um meinen Lesern einen Eindruck über unsere Reise zu geben und über die Links weitere Informationen zu erhalten. Es erfolgt KEINE Bezahlung oder Gegenleistung auf andere Art und Weise. Den Eintritt zum Jagdschloss Granitz erhielten wir in Form eines Pressetickets auf Voranmeldung kostenlos. 


Das Jagdschloss Granitz erreichten wir mit einer etwa 20-minütigen Verspätung. Wir hatten im Vorfeld einen Termin mit der „Schlossherrin“ vereinbart, die uns in unserer Funktion als aktive Blogger persönlich durch das Schloss begleiten wollte. Ihre Begeisterung über „Ihr Schloss“ war ihr in ihren Erzählungen regelrecht anzumerken.

Es gab Informationen über die Historie des Schlosses, über die Nutzung während und nach dem Krieg sowie über einzelne Räume, asymetrische Kerzenleuchter, über Ritterrüstungen, die eigentlich eine ganz andere Funktion haben, einen Geheimgang zum Speisesaal der ehemaligen Schlossbesitzer sowie einige weitere Geschichten „off topics“.

Erkennt ihr das Ofenrohr am Rücken des Ritters? In dieser Rüstung wurde niemals gekämpft. Sie diente als Ofen zur Beheizung des Raumes.

Das Jagdschloss Granitz markierte als ehemaliger Luxusbau den Herrschaftsanspruch der Putbuser Fürsten. Entgegen vieler anderer Schlösser und Burgen wurde das Schloss nicht zur Verteidigung gebaut, sondern ausschließlich zur Unterbringung erlesener Jagdgäste sowie zur gesellschaftlichen Repräsentation.

Über eine freitragende Wendeltreppe (Vorsicht, man sollte schwindelfrei sein) geht es in 154 Stufen hinauf zum Turm. Wie bereits erwähnt, war unser Blick dort oben von einem Regenschauer getrübt. Ein paar Aufnahmen wollten wir euch aber dennoch nicht vorenthalten.

 

Im weiteren Tagesverlauf war uns wichtig, zunächst für die Nacht einen gesicherten Stellplatz zu finden. Aufgrund der Ferienzeit in den meisten Bundesländern wurden wird bereits vorgewarnt, dass es diesbezüglich eng werden könnte, wenn man zu spät kommt. Wir hatten uns den Stellplatz „Wohnmobil Oase“ in Prora ausgesucht, der uns aufgrund seiner Lage für unsere weiteren Erkundungen für geeignet erschien. Den Stellplatz – durch einen Wall von der Straße getrennt – erreichten wir gegen 14:00 Uhr.


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Der Platz ist groß (ich schätze mal ca. 200 Mobile) mit großzügig abgetrennten Parzellen, jedoch in einigen Parzellen teilweise sehr sandig. Die Wege zwischen den Stellplatzreihen sind größtenteils Betonplatten, einige Wege sind geschottert, aber gut befahrbar. Die 18,00 EUR pro Nacht erschienen uns für die Lage und die gebotenen Sanitäranlagen und Entsorgungsmöglichkeiten für angemessen. Besonders erwähnenswert ist das freundliche Personal an der Rezeption, die sich Zeit nahmen und auch gerne Auskunft auf unsere Fragen gaben. Die Entsorgungsmöglichkeiten sind großzügig angelegt. Die Frischwasserzapfstellen befinden sich verteilt über den ganzen Platz zwischen den Parzellen und damit in ausreichender Entfernung zur Entsorgungsstelle.

Von der Wohnmobil-Oase aus erreichten wir am gleichen Nachmittag mit dem Fahrrad das Seebad Binz

sowie am Folgetag die etwa 15 km entfernte Stadt Sassnitz

mit einer spontanen Schifffahrt mit Blick auf die berühmten Kreidefelsen,

sowie auf unserem Weg dorthin den Koloss von Prora, der zur Hitler-Zeit gebaut wurde und 20.000 Erholungssuchenden Platz für ihren Urlaub bieten sollte – jedoch nie zu Ende gebaut wurde.

„KdF – Kraft durch Freude“ lautete die Devise.

Vielleicht ein Vorgänger heutiger „Incentive-Reisen“ für verdiente Firmenmitarbeiter. Aktuell wird dort kräftig gebaut und entstehen in den einzelnen Abschnitten Hotels und Wohnanlagen.

Auf der gegenüberliegende Inselseite entdeckten wir am Folgetag ein nahezu identisches Bauwerk, jedoch nicht ganz so groß. Dafür aber mit einer riesengroßen angelegten Freizeitfläche für Jugendlager, auf der zahlreiche Jugendgruppen Platz finden dürften, ohne sich gegenseitig auch nur ansatzweise ins Gehege zu kommen.

Mein Gesamteindruck von der Insel Rügen: Man hat an einigen Stellen sicherlich viel getan, um dem erholungssuchenden Urlauber gerecht zu werden. An vielen Stellen war jedoch die „alte DDR“ noch deutlich erkennbar. Sei es in Form der KdF-Anlage in Prora, zahlreicher mit Betonsteinen gepfasterten Gehsteigen oder Betonplatten auf die Straßen, die selbst mit Tempo 30 mit unseren Wohnmobil nur mit Mühe befahrbar waren, oder Fahrradwegen, die plötzlich im Nirwana auf einer viel befahrenen Bundesstraße endeten.


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Aus diesen Gründen wirkte die Insel auf mich, trotz der zahlreichen Sehenswürdigkeiten, eher bedrückend und zurückversetzt in eine Zeit, an die man sich zwar erinnern sollte, die aber für einen Erholungsurlaub nicht der richtige Platz für mich waren. Und so zogen wir nach 2 Nächten Aufenthalt dann auch in Richtung Hansestadt Wismar – einer wunderschöne Stadt mit Altstadt und Hafen sowie einer guten Übernachtungsmöglichkeit unweit vom Zentrum. Doch dazu im nächsten Beitrag. Also dranbleiben und am besten gleich Facebook-Seite oder Twitter-Kanal abonnieren.


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