Durch die Schlucht der Ardeche


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Wir verlassen Vaison-la-Romaine und das Luberon in Richtung Ardeche.

Wir treten damit auch den Beweis an, dass die nächste Schlucht, die wir uns nun anschauen, genau so beeindruckend sein kann wie alle anderen zuvor. Wer die Schlucht von Verdon (Link zu meinem Beitrag) kennt, wird auch von der Schlucht der Ardeche beeindruckt sein.

Nicht besser oder schlechter: komplett anders ! Enger, wuchtiger, uriger, präsentiert sich unsere Fahrt über die Höhen mit zahlreichen Stopps und Einblicken in die Schlucht. Ich hatte auch den Eindruck: touristisch nicht ganz so überlaufen. Das kann aber auch daran liegen, dass seit unserer Fahrt durch die Gordes de Verdon zwischenzeitlich wieder eine Woche vergangen ist und wir noch weiter von der Hauptreisezeit entfernt sind.

Auch eine unerwartete Fahrzeugkontrolle steht heute auf dem Programm. Direkt hinter einer unübersichtlichen Kurve war es soweit. Sie standen einfach da: mitten auf der Straße und wollten natürlich alles sehen, bevor sie den Weg freigaben und uns passieren ließen.

Wir hatten Glück. Selbst unser schwerer Heckträger, incl. der zwei Fahrräder doch immerhin ein Gesamtgewicht von ca. 75 kg, hielt der Prüfung Stand. Und sogar der zusätzlichen Belastung durch einen der Kontrolleure, den wir nur mit Mühe davon abhalten können, das Ding auch noch zu beklettern und die Weiterreise mit uns gemeinsam anzutreten.

Unser Nachtlager finden wir schnell an dem kleinen Campingplatz am Ende Schlucht „Camping Pont d’Arc“. Man biegt, sobald man den Pont d Arc von der Straße aus linkerhand sieht, nach etwa 300 m links ab. Ein uriger kleiner Platz mitten im Wald und umrahmt von steilen Bergriesen. Freundliche Rezeption, keine feste Parzellierung und direkter Zugang und Bademöglichkeit am Pont d’Arc, sozusagen mit eigenem Privatstrand.

Im Laufe des Abends verstummen allmählich auch die Geräusche der Fahrzeuge und Motorräder, die man bis dahin von der nahegelegenen Straße deutlich hörte. Es wird ruhig und dunkel im Tal. Es ist noch angenehm warm. Wir liegen in unseren Liegestühlen, schlürfen ein Gläschen Rotwein und beobachten die Fledermäuse, die über uns ihre zackigen Bewegungen vollführen. Die Berge, die uns umringen, wirken in dem sich ständig veränderten Licht zum Greifen nah. Wir lauschen der Panflöte, deren Klänge vom anderen Ende des Platzes leise zu uns durchdringen. Hinter uns am Hang immer wieder Geräusche, die wir nicht zuordnen können. Irgendwie wirkt der Platz fast ein wenig unwirklich – als seien wir gerade in einer anderen Welt.

Wir genießen den Abend. Denn am kommenden Tag wollen wir uns langsam in Richtung Rhone-Tal und von dort aus nach Norden (und somit auch in Richtung Deutschland) vorschlagen. Die Betonung liegt auf „langsam“, denn wir haben noch ein paar Tage Zeit.


Unsere Reiseroute und eine Zusammenfassung der von uns auf der Route genutzten Übernachtungsplätze findet ihr hier in diesem Beitrag (Link).


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