Mit eigenem Wohnmobilstellplatz den Tourismustrend nicht verpassen. Stellplatz-Gipfel auf der CMT-Messe in Stuttgart.


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Kommunen, die keinen eigenen Wohnmobilstellplatz vorhalten, verpassen den Trend der Zeit und verzichten auf nicht unerhebliche Einnahmen. Dies geht aus einer Pressemeldung der CMT-Messe Stuttgart und einem Interview mit dem stv. Hauptgeschäftsführer des deutschen Tourismusverbandes (DTV), Dirk Dunkelberg, hervor.

Über eine halbe Million Wohnmobile seien derzeit in Deutschland zugelassen. Obwohl aktuell rund 3.600 Stellplätze im Inland zur Verfügung ständen, gebe es zu den Hauptreisezeiten Engpässe. Caravaning sei ein nicht zu unterschätzender Wirtschaftsfaktor. Obwohl sicherlich viele Reisemobilisten den Stellplatz nur als reinen Übernachtungsplatz nutzen, geben die Reisenden dennoch im Schnitt ca. 50 EUR pro Person im jeweiligen Zielgebiet aus, heißt es in der Pressemeldung weiter. Insgesamt entsteht dadurch ein Gesamtumsatz von rund 1,33 Milliarden Euro. Diese Zahlen stammen aus einer aktuellen Studie des Deutschen Wirtschaftswissenschaftlichen Instituts für Fremdenverkehr an der Uni München (Stand Januar 2018).

In meiner bisher relativ kurzen Zeit als Wohnmobilreisender habe ich in den insgesamt ca. 60 mobilen Übernachtungen bereits zahlreiche Varianten an Stellplätzen kennenlernen dürfen. Vom einfachen Parkplatz, der ohne jegliche Infrastruktur mit einem Schild als Stellplatz ausgewiesen war, bis hin zum komfortablen Stellplatz mit allem drum und dran, bis hin zum „ach, stellen Sie sich einfach da hinten hin. Das stört keinen“, war so ziemlich alles dabei. Die Preisspanne, die ich bisher kennengelernt habe, bewegte sich zwischen 0,00 und ca. 20,00 EUR. Wobei die Regel „je teurer, desto komfortabler“ nicht greift. Eine Kommune bot einen hervorragend angelegten Platz mit kompletter Ver- und Entsorgung sogar kostenlos an. Lediglich Strom und Frischwasser waren kostenpflichtig. Was ein Wohnmobil-Reisender an Komfort tatsächlich benötigt, hängt sicherlich von der Art seines Fahrzeuges ab, wie auch davon, zu welchem Zweck er den Stellplatz konkret anfährt. Über Preis und angebotenen Komfort lässt sich damit für eine Kommune auch gut steuern, welche Art von Reisenden den Platz letztlich anfahren werden.

Auf dem Stellplatz-Gipfel am 14. Januar 2019 bei der CMT-Messe in Stuttgart erhalten interessierte Kommunen und kommerzielle Interessenten ausführliche Informationen aus erster Hand. Die ausführliche Original-Pressemeldung lässt sich hier von der Seite der CMT herunterladen.

Ich werde mich am 14. Januar ebenfalls unter die Zuhörer mischen und hoffe, danach mit ein paar weiteren Details punkten zu können. Insbesondere interessiert mich, ob es gesetzliche Anforderungen gibt, welche Ausstattung ein Platz haben muss oder darf, um sich als Stellplatz bezeichnen zu dürfen.

Link zu unserem Besuch im Januar 2018 bei der CMT-Messe in Stuttgart.


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Beispiele von Wohnmobilstellplätzen von unseren eigenen Reisen:

Großzügig angelegter Wohnmobilstellplatz in Füssen / Allgäu mit Strom, Ver- und Entsorgung sowie gut ausgestatteten Sanitäranlagen (WC, Dusche, Spülküche, Waschmaschine). Preis pro 24 Stunden: 15,00 EUR:

Link zu unserer Tour in Füssen / Allgäu.

Stellplatz für 4 – 5 Mobile in Melk an der Donau (Niederösterreich) am Rande eines Parkplatzes. Zentrum ca. 300 m zu Fuß. Preis pro 24 Stunden: 5,00 EUR. Ver- und Entsorgung sowie Strom an einer zentralen Säule:

Link zu unserem Aufenthalt in Melk an der Donau.

Zentrumsnaher Stellplatz für 4 Mobile in Wetzlar am Rande des Parkplatzes „Lahninsel“. Ver- und Entsorgung sowie Strom vorhanden. Kosten pro 24 Stunden: 8,00 EUR. Ideal für eine Übernachtung und einen Stadtbummel:

Link zu unserem Besuch in Wetzlar und Limburg.


Werbung – Rund 6.900 Stellplätze in Deutschland und Europa findet
ihr im aktuellen ADAC Stellplatzführer (Link zum Amazon-Shop)


 

Yspertal / Ysperklamm in Oberösterreich: Unauffällig positionierte Stromsäulen am Parkplatz zum Klammeingang. In der Nacht äußerst ruhig. Wir standen alleine dort – fast schon ein wenig unheimlich, wenn man weiß, dass es in der Klamm Kobolde geben soll. :-) An der Klammkassa wurden wir auf die Möglichkeit hingewiesen, dort stehen zu können. Sonst keine weitere Beschilderung. Keine Ver- und Entsorgung (…. nur fließendes Wasser in Form eines Baches direkt hinter unserem Schlafzimmer :-) ). Kostenlos. Das Restaurant am Klammeingang hätten wir gerne ausprobiert, hatte an diesem Tag jedoch Ruhetag. Somit war Selbstversorgung angesagt:

Link zu unserem Besuch im Yspertal und der Ysperklamm.

Diese Gemeinde (Wirmsthal in der Rhön / Nähe Hammelburg) hat noch keinen eigenen offiziellen Stellplatz ….. möchte aber in absehbarer Zeit einen einrichten. Auf einem großen Parkplatz am Sportplatz darf man dort aber heute schon stehen. Keine Infrastruktur wie Strom, Wasser etc. vorhanden, dafür auch kostenlos und absolut genial gelegen. Bei der Abreise gab es von der Gemeinde noch einen kleinen Fragebogen, was man sich denn von seinem künftigen Stellplatz wünscht:

Link zu unserer Fahrradtour und unserem Aufenthalt im Wirmsthal.

Lautertal / Odenwald, Kuralpe Kreuzhof nähe Felsenmeer: Der hintere Teil des Gästeparkplatzes ist für Wohnmobile vorgesehen und mit Stromsäulen ausgestattet. Kosten: 15,00 EUR pro Übernachtung, Strom kostenlos, 10,00 EUR Verzehrgutschein für’s Restaurant:

Weitere Informationen (Link) über unseren Aufenthalt im Odenwald und unsere Wanderung im Felsenmeer.

Kostenloser Stellplatz am Naturschwimmbad in Ebrach / Steigerwald. Kein Strom, Ver- und Entsorgung vorhanden. Zum Ortszentrum ca. 10 Minuten zu Fuß. Baumwipfelpfad ca. 1 km zu Fuß:

Link zu unserer Erkundungstour im Baumwipfelpfad Ebrach / Steigerwald.

Sehr großer Stellplatz am Stadtrand von Passau. Kostenlos, jedoch komplett ohne Strom sowie Ver- und Entsorgung. Brötchenservice durch einen fahrenden Bäcker am Morgen. Super Geschäftsidee ! Zum Zentrum zu Fuß etwas weit. ca. 10 – 15 Min. mit Fahrrad jedoch kein Problem:

Mehr Informationen zu unserem Kurzbesuch in Passau (Link).

Weitere Beispiele findet ihr im Zusammenhang mit unseren Touren in unserem Blog „Stadt-Land-Welt“. Die Beispiel zeigen: Ja, es gibt sehr viele unterschiedliche Ansätze und es muss ja auch nicht von Anfang an alles perfekt sein. Ein kleiner Parkplatz am Stadt- oder Ortsrand, von dem man eine Ecke „abknapsen“ und mit einem Schild versehen kann, findet sich doch sicherlich in jeder Stadt oder Gemeinde.


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